Thursday, 12 September 2013

Statement: "Qualität der Bildung muss vor kommerziellen Interessen stehen"

Freie Bildung für alle. Utopie oder realistisches Zukunftsmodell? Das weltweite Interesse an offenen Bildungsmaterialien nimmt deutlich zu. Sogenannte Open Educational Resources (OER) stehen dabei im Zentrum der Debatte. Der Zugang zu offenen Bildungsressourcen ist dabei mehr als umstritten. Wichtige Fragen, wie die Qualitätssicherung, Auffindbarkeit und längerfristig tragfähige Finanzierungsmodelle sind von zentraler Bedeutung. Die UNESCO stellt sich ganz klar hinter das Modell. Die Eigentümer der Urherberrechte sind dagegen skeptisch. Am 14. und 15. September 2013 findet zu diesem Thema die Konferenz "Freie Bildungsmaterialien in Deutschland" in Berlin statt. IT-Experte Thomas Benke, Geschäftsführer von SmartKomm (www.smartkomm.net), einem Hersteller und Anbieter von Software im Bildungsbereich, meint:

Foto: obs/SmartKomm


"Dass die UNESCO das Thema OER auf die Agenda gesetzt hat, ist ein richtiger Schritt. Denn nicht jedem Entscheider auf politischer Ebene ist die Dringlichkeit neuer, technologiegetriebener Lernkonzepte präsent.

Während unsere Kinder es längst vormachen, wie sie im Privaten die neuen Medien und Technologien beherrschen, finden eben diese Technologien in der Bildung bisher kaum statt.

Neue Technologien versetzen uns in die tolle Situation, überkommende Methoden infrage zu stellen und damit bessere Bildungschancen zu schaffen. Hier gilt es zu handeln.

Denn nicht jeder Schüler lernt effektiv durch Frontalunterricht. Durch die Digitalisierung im Schul- und Lernbereich sind in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von alternativen Möglichkeiten entstanden, die in den Unterricht einfließen sollten. Und der Markt bietet weiterhin sowohl in kreativer als auch in ökonomischer Hinsicht vielseitige Perspektiven.

Eine drängende Frage betrifft in diesem Kontext auch die Lizenzierung durch Unternehmen und Verlage. Sie werden mittelfristig nicht umhin kommen, Lizenzpflichten für Lerninhalte zu überdenken. Immerhin sind freie Inhalte schon heute überall zu finden. Kommerziell tragfähige Angebote sollten sich meiner Meinung nach eher auf eine gute Infrastruktur und Vernetzung von Lerninhalten beziehen, als auf die Ausgestaltung und den Absatz von Inhalten."

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